Zielsetzung der Filderfalken

Übergreifende Trainingsziele und -prinzipien:

  • Motorische Vielseitigkeit gehört zum Handball und ist – systematisch aufgebaut – in jeder Altersstufe fester Bestandteil des Trainings. Mit zunehmendem Alter verlagert sich der Schwerpunkt mehr und mehr hinzu einem gezielten Athletiktraining.
  • Wir wollen individuelle Qualität gezielt entwickeln: Individuelle Stärken und Kreativität wollen wir gezielt fördern. Taktische Mittel, mit denen individuelle Defizite kompensiert werden können (Fouls, „Spielzüge“, defensive Deckung, …), spielen im Training keine Rolle.
  • Unsere Trainingsziele gelten unabhängig vom Leistungssport: Wir fördern in der JANO auch eine breite Basis an Spielern in unseren Breitensportteams, wobei das Training (mit einem geringeren Ergebnislevel) nach denselben Prinzipien erfolgt.

Minis (U6/U7): Motorische Vielseitigkeit als breite Basis

Es werden verschiedene Spiele in kleinen Räumen mit wenigen Spielern in Überzahl gespielt – nicht nur mit der Hand. Dabei sollen die elementaren Voraussetzungen beim Bewegen (Laufen, Springen, Wälzen, Hangeln, Kriechen, …) und beim Umgang mit Bällen (Fangen, Werfen, Rollen, Prellen, …) erworben und die Kreativität der Kinder gefördert werden. Spaß an der sportlichen Bewegung soll dabei im Vordergrund stehen.

F-Jugend 1. Jahr (U8): Motivation zur vielseitigen sportlichen Aktivität

Weiterführung der vielseitigen motorischen Entwicklung. Zudem sollen bereits verschiedene (handballähnliche) Ballspiele auf dem Kleinfeld kennengelernt werden. Es wird grundsätzlich in Überzahl gespielt, um das Erkennen von freien Räumen zu erleichtern. In der Abwehr sollen in Unterzahl verschiedene kreative Möglichkeiten der Balleroberung angewendet werden. Bei den Grundtechniken liegt der Schwerpunkt auf Werfen und Fangen.

F-Jugend 2. Jahr (U9): Freude und Spaß am Handball

Das Spiel auf dem Kleinfeld in Gleichzahl mit Manndeckung soll spielerisch kennengelernt werden. Im Angriff stehen das Lösen vom Gegenspieler und das Anlaufen freier Räume im Mittelpunkt der Ausbildung. In der Abwehr wird dem direkten Gegenspieler der Weg zum Tor versperrt und Pässe werden behindert bzw. bedroht. Am Ende der F-Jugend sollen die Knotenpunkte des Schlagwurfs und der Lauftäuschung beherrscht und der Ball sicher geprellt werden können.

E-Jugend 1. Jahr (U10): Handballspielen lernen

Die in der U9 erlernten Techniken sollen nun kombiniert und kreativ im Spiel auf das Kleinfeld angewendet werden. Schnelles Umschalten in beide Richtungen (Angriff und Abwehr) wird immer mehr der prägende Charakter des Spiels. Die Spieler sollen dabei ohne Fouls spielen und immer den Ballgewinn im Fokus haben. Bei den Techniken soll der Sprungwurf in seinen Grundzügen erlernt und der Schlagwurf gefestigt werden.

E-Jugend 2. Jahr (U11): Spielen in großen Räumen

Kernelement ist der Übergang vom Kleinfeld auf das normale Handballfeld. Die Manndeckung wird nun in deutlich größeren Räumen (auf das ganze Feld) und gegen maximal dreimaliges Prellen gespielt. Die erforderlichen Techniken Prellen, Passen und Fangen in der Bewegung oder Bälle herausprellen sowie Give & Go als erste Kooperation sollen erlernt werden. Wir spielen dabei immer noch ausschließlich zum Ball. Das Positionsspiel soll grob verstanden werden, um den Raum auf dem Spielfeld möglichst gut zu nutzen.

D-Jugend 1. Jahr (U12): Struktur ins Spiel

Das zentrale Element des Spiels ist das Spiel 1 gegen 1 in Angriff und Abwehr auf verschiedenen Positionen. Dabei soll der 4:2-Angriff als Grundstruktur des Spiels mit einfachen Kooperationen in die Tiefe dienen. Wir spielen eine sinkende Manndeckung auf dem ganzen Feld und wollen in jedem Zweikampf den Ball erobern und zum Torerfolg kommen. Puffern soll eingesetzt werden, um schnelles Überlaufen zu verhindern. Durch Prellen/Tippen ergeben sich neue taktische Möglichkeiten und technische Anforderungen (1 gegen 1 in die Tiefe, Passverteidigung, Bälle herausprellen).

D-Jugend 2. Jahr (U13): Trainieren mit Verantwortung

Das Spiel 1 gegen 1 wird erweitert auf das Zusammenspiel zwischen zwei Spielern z.B. Kreuzen, Parallelstoß, Passtäuschung im Angriff oder Übergeben, Doppeln, Aushelfen in der Abwehr. Das Spiel ohne Ball (Übergänge) und gleichzeitig das Besetzthalten der Positionen soll im Spiel verinnerlicht werden. In der Abwehr wird das Prinzip „Übergeben/Übernehmen“ eingeführt (auf das ganze Feld oder ab der Mittellinie). In diesem Alter soll nun der Übergang zum Leistungssport vorbereitet werden. Individuelle Einheiten im athletischen Bereich werden fester Bestandteil des Trainings. Auch die eigenverantwortliche Durchführung von Inhalten eines Athletiktrainings (Lauftraining, Techniken von Kraftübungen) werden mit den Spielern erarbeitet.

C-Jugend 1. Jahr (U14): Spiel in die Breite und Tiefe gegen offensive Deckung

Das Angriffsspiel soll nun in Umschaltspiel (Gegenstoß), Auslösehandlungen und freies Weiterspielen strukturiert werden. Verlagern und Kreisel werden als Auslösehandlungen eingeführt. Als Grundvoraussetzungen für das freie Spiel sollen Ballannahme und -verarbeitung, Körpertäuschung, Passtäuschung in die Breite und raumentlastende Bewegungen, sowie positionsspezifische Würfe trainiert werden. In der Abwehr soll nun eine offensive 1:5-Abwehr gespielt werden, die den Ballgewinn als zentrales Ziel hat. Das Bedrohen und Attackieren des Balles hat nach wie vor höchste Priorität. In Tornähe soll erstmals gegen den Mann verteidigt werden. Im athletischen Bereich wird mit einem systematischen Krafttraining ohne bzw. nur mit geringen Zusatzgewichten, begonnen. Zusätzlich trainieren die Spieler in Eigenverantwortung ihre Ausdauer durch Dauerläufe.

C-Jugend 2. Jahr (U15): Trainieren und Ziele erreichen

Das in der U14 erlernte Angriffsspiel soll auf der Basis von individuellem Training situationsgerecht variiert werden. Distanzwürfe, Wurfvariationen, Handlungsschnelligkeit, verschiedene Anlaufrichtungen sollen erlernt und im freien Spiel gezielt und mit hoher Dynamik eingesetzt werden. In der Deckung soll situativ die 1:5-Abwehr auf die Ballseite verdichtet und situativ angepasst werden. In Angriff und Abwehr sollen ausschließlich individuelle Qualität sowie Kooperationen zwischen zwei oder drei Spielern entwickelt werden. Mannschaftstaktisches Spiel und feste Abläufe spielen keine Rolle. Die spezifischen athletischen Voraussetzungen für den Handball werden akzentuiert im Hallentraining geschaffen. Zur Entwicklung der Belastungsverträglichkeit wird nun neben dem Lauftraining auch ein systematisches Krafttraining mit individuellen Gewichten von den Spielern eigenverantwortlich durchgeführt.

B-Jugend 1. Jahr (U16): Individuelles Trainieren an eigenen Stärken

Die Spieler sollen anhand ihrer individuellen Stärken neben der allgemeinen Ausbildung auch positionsspezifisch trainieren. Dabei sollen spezifische Techniken und Taktiken erlernt werden. In der Abwehr soll die 3:2:1-Formation als Raumdeckung erlernt und im Spiel umgesetzt werden (auch nach Übergängen). Im Angriff soll das freie Spiel in die Breite und in die Tiefe auch gegen defensive Deckungsformationen situativ angewendet und kombiniert werden. Neben den allgemeinen athletischen Inhalten werden auch die spezifischen Inhalte im Hallentraining forciert (positionsspezifische Sprungkraft/Schnelligkeit). Das eigenständige Krafttraining wird im Belastungsumfang und dessen Häufigkeit erhöht. Ziel sind zwei eigenständige Krafteinheiten pro Woche.

B-Jugend 2. Jahr (U17): Kooperationen gezielt einsetzen

Die zuvor erlernten Techniken und Kooperationen sollen nun variiert und gezielt je nach Spielsituation eingesetzt werden. Im Zusammenspiel in der Breite soll der Schwerpunkt im Angriff liegen, wobei bewusst Nahtstellen der Abwehr angegriffen werden sollen. Dabei sollen speziell die Regelbewegungen in der 3:2:1-Abwehr gezielt ausgenutzt werden. In der Abwehr soll die 3:2:1-Formation nun situationsgerecht variiert werden (offensiv/defensiv, Abwehrtäuschungen, Absprachen), um weniger ausrechenbar zu sein. Das Gegenstoßspiel wird in eine erste und eine zweite Phase aufgeteilt. Dazu sollen Variationen der Laufwege auch in hohem Tempo verbessert werden. Eine zusätzliche Einheit Ausdauertraining und zwei Einheiten Krafttraining sind fester Bestandteil des selbstständigen Trainings. Die Ausrichtung der athletischen Schwerpunkte erfolgt an den individuellen Bedürfnissen der Spieler – individuelle Athletikpläne.

A-Jugend 1. Jahr (U18): Spezialisiertes Trainieren

In der U18 soll in der Regel eine Positionsspezialisierung erfolgen. Positionsspezifische Techniken in Abwehr und Angriff sollen erlernt und Kooperationen gezielt verbessert werden. Vor allem die Kooperationshandlungen sollen an Sondersituationen (kleine Räume, defensive Abwehr) angepasst und dadurch verfeinert werden. Die 6:0-Abwehr soll als Alternative zur 3:2:1 oder nach Übergängen eingeführt werden. Erste mannschaftstaktische Elemente sollen kennengelernt werden. Dabei soll auch der Einsatz des siebten Feldspielers eingeführt werden. Das Athletiktraining wird mehr und mehr auf den „Saisonrhythmus“ mit seinen typischen Trainingsperioden (Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode) umgestellt. Der Anteil des eigenverantwortlichen Trainings bleibt dabei unverändert.

A-Jugend 2. Jahr (U19): Den Anschluss herstellen

Der Schwerpunkt soll im letzten Jugendjahr weiterhin auf der Positionsindividualisierung liegen. Im Angriff sollen hier nun spezifische Kooperationen in Zweier- und Dreiergruppen durch Drucksituationen vervollkommnet werden. Dabei sollen Spieler vor allem lernen in engen Räumen eigenständig Lösungen zu finden. Im mannschaftstaktischen Bereich soll die dritte Phase des Gegenstoßes eingeführt werden. Die 5:1-Abwehr soll zudem als Alternative zur 6:0-Formation kennengelernt werden. Weitere Schwerpunkte sollen in Abstimmung mit den aktiven Trainern festgelegt werden. Das Athletiktraining entspricht dem Saisonverlauf und die Spieler trainieren zusätzlich nach individuellen Lauf- und Kraftplänen.